Ich möchte mich mal allen vorstellen: ich heisse Michael "Mike" Strunck, mit früherem Kuriernamen "Joker" unter den mich die meisten kennen dürften. Ich bin Ex-Fahrradkurier (1989 - 1998), war als Fahrer für Fahrradkurierunternehmen in München, Essen, Köln, Hamburg und Berlin beschäftigt und hatte zusätzlich einen eigenen Kundenstamm. Als Overnight-Kurier habe ich Sendungen in einer Stadt abgeholt, bin über Nacht mit einem Autokurier und meinem Bike in eine andere Stadt gefahren und habe die Sendung dort auch wieder persönlich abgegeben. Ich war Herausgeber des früheren Fahrradkuriermagazins "QuickSilver", das damals in kleiner Stückzahl in München verteilt wurde. Heute geht alles online, was viel sparsamer, schneller und effektiver ist, da die meisten Kuriere einen Internetzugang haben und nutzen.
1998 habe ich als den ersten Rikscha-Taxidienst in München etabliert, als Fahrer des Unternehmens "Rikscha Mobil", dessen Chef sich damals nicht vorstellen konnte das sich das lohnt. Ich habe es trotzdem gemacht und war erfolgreich 2 Jahre lang mit dem Rikscha-Taxi unterwegs. Heute sind Rikscha-Taxis in München nichts besonderes mehr und stehen fast jeden Tag am Münchner Marienplatz.
1999 habe ich meine Partnerin Jutta kennengelernt und habe zusammen mit ihr das Internetunternehmen "S-NetworkX" gegründet, das zur Jahrtausendwende in das enorm boomende Online-Geschäft eingestiegen ist und bis heute Internetdienstleistungen, Netzwerktechnik und Internetzugänge anbietet. Jutta betreibt einen Online-Versandhandel und versendet jeden Tag Päckchen in alle Welt per DHL. Selbstverständlich liefere ich aber alle Sendungen die in den Grossraum München verschickt werden sollen selber mit dem Fahrrad aus.
Im Jahr 2000 habe ich als Webmaster die TransPedal Homepage unter der Domain www.transpedal.de ins Leben gerufen die ich im Juli 2009 auf ein modernes Content Management System (CMS) umgebaut habe - mit integriertem Online-Auftragssystem. Die Münchner Kurierszene hat sich seit meiner aktiven Zeit als Fahrradkurier ziemlich weiterentwickelt und ist von der Fahreranzahl enorm gestiegen. Auch sind neue Unternehmen hinzugekommen. Früher kannte ich noch jeden einzelnen Kollegen, egal von welchem Unternehmen. Die Anzahl war überschaubar. Heute bin ich zwar nicht mehr aktiver Kurier, aber mit der Szene immer noch mehr oder weniger eng verbunden, nicht nur als Webmaster der TransPedal-Homepage.
In meinem neuen Beruf als Netzwerkadministrator versuche ich zwei Welten miteinander zu verbinden und mit Know-how die Fahrradkuriere im Online-Bereich, auf den ich mich jetzt spezialisiert habe, so gut wie möglich zu unterstützen. Auch wenn ich als Webmaster hauptsächlich die TransPedal-Website betreue, ist damals wie heute für mich jeder Fahrradkurier, egal welchen Unternehmens und egal in welcher Stadt, ein sehr geschätzter Kollege dem ich Respekt zolle, weil ich aus eigener, jahrelanger Erfahrung weiss wie hart der Job als Fahrradkurier sein kann und wie wichtig es ist in der ressourcenverschlingenden motorisierten Welt Zeichen zu setzen und die Leute zum umdenken zu bewegen, denn das es so mit dem motorisierten Autowahn nicht weitergehen kann ist uns allen klar.
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